Katholische Kirchengemeinde Pinneberg



Ein historischer Besuch in Gottes Haus St. Michael im Jahre 2008


Gestaltung: Helmuth Behrens
Fotos: Helmuth Behrens, Günter Herberholz, Elmar Stolper, Zvonko Vukovic´


Im Jahr 2008 wurde die St.-Michael-Kirche einschneidend umgebaut. Damit deren Gestalt vor dem Umbau in Erinnerung bleibt, laden wir Sie hier zu einem historischen Rundgang ein, bei dem Sie den alten Zustand der Kirche in Wort und Bild erleben können.


Der historische Besuch, den wir mit Ihnen unternehmen, beginnt - nach den Glocken, die uns auch zum Gottesdienst einladen - außen, denn von dort nähern sich auch alle Besucher unseres Gotteshauses. Im Innern folgt der Besuchsweg nicht architektonischen Mustern, etwa immer links herum oder ähnlich, sondern beginnt mit den wichtigen Teilen der Kirche - Altar, Taufe, Allerheiligstes, Gottes Wort - um sich dann den weniger bedeutenden Einrichtungsgegenständen zuzuwenden.


Der historische Besuch in St. Michael ist nach diesem Prinzip in folgende Abschnitte gegliedert:


1. Die Glocken

2. Das Gebäude

3. Der Altar

4. Der Taufbrunnen

5. Die Weihwasserbecken

6. Der Tabernakel

7. Das Ewige Licht

8. Der Ambo

9. Das Kreuz

10. Der Osterleuchter

11. Die Marienverehrung

12. Die Heiligenfiguren

13. Der Kreuzweg

14. Die Orgel

15. Die Kerzenleuchter

16. Die Kronleuchter

17. Die Fenster

18. Die Apostelkreuze

19. Die Sedilien

20. Die Tür





1. Die Glocken
Und viele Glöckchen rundum, dass sie lieblich erklingen . . . Und ihr Laut zu hören sei im Tempel zur Erinnerung für die Kinder seines Volkes (Sir 45,9)

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Ursprünglich gab es Gottesdienstglocken nur in Klöstern. Mit ihnen wurden die Mönche zu den gemeinsamen Gebetszeiten aus den Feldern, Gärten und Werkstätten zusammengerufen. Im Hochmittelalter begannen auch einzelne Pfarrgemeinden, mit Glocken zum Gebet oder zum Gottesdienst zu rufen. Darüber hinaus dienten die späteren mehrglockigen Geläute mit ihren üblicherweise aus Bronze gegossenen Glocken auch zum Zeitsignal für Dorf und Stadt, wenn man die Kirchturmuhr nicht sehen konnte.

Glockengeläut kündigt Verschiedenes an: Es erinnert an den Beginn des Gottesdienstes. Außerdem ertönen die Glocken bei wichtigen Lebensstationen: Taufe, Hochzeit, Tod. Und wenn der Friedhof direkt an der Kirche liegt oder selbst eine eigene Glocke hat, erklingt das Geläut den ganzen Weg des Sarges bis zur Grabstelle. Sie läuten auch dann, wenn ein neues Jahr zu begrüßen ist oder wenn die Menschen gewarnt werden müssen – zum Beispiel vor Sturmfluten wie im Februar 1962, als die Hamburger Kirchenglocken die Menschen alarmierten. Auch bei besonderen Anlässen rufen die Glocken: Wenn Frieden geschlossen wurde. Und die Berliner erinnern sich gewiss noch des Läutens, als die Mauer überwunden wurde.

Bei uns im Bistum gibt es eine ganze Reihe von Glocken, die nicht von hier stammen, sondern im 2. Weltkrieg eingesammelt und im Hamburger Hafen gelagert wurden, um zu Kanonen für das unselige Morden zu werden. Als Deutschland nach dem Kriegsende geteilt war, wurden nicht alle Glocken in die Ursprungskirchen zurückgebracht, sondern fanden in den neu gegründeten Pfarreien einen Glockenstuhl, um die Gläubigen hier zu Gebet und Gottesdienst zu rufen.

Die ersten Glocken von St. Michael wurden 1907 von der Familie des Baumeisters unserer Kirche, Strupp, gestiftet und in der Glockemgießerei Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher/Westfalen hergestellt. 1918 musste die größere Marienglocke zum Einschmelzen an das Kriegsamt abgegeben werden. Am 30. September 1956 wurde, ebenfalls von Familie Strupp gestiftet, ihre Nachfolgerin wieder der heiligen Maria geweiht.



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2. Das Gebäude
Dann maß er das Tempelgebäude und seine Mauern (Ez 41,13)

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Die Kirche ist ein schlichter Backsteinbau mit einer detailreich gestalteten Straßenseite. Im Zuge der Renovierung 1986 wurden die ausgewaschenen Mörtelfugen neu verputzt, damit der Bau auch äußerlich wieder ansehnlich wurde. Stellt man sich an eine der Kirchenecken und schaut entlang der Längswand nach oben, sieht man deutliche Ausbeulungen der Kirchenmauern. Beim Kirchbau war 1906 ein Dachstuhl errichtet worden, der die Last des nach außen schiebenden Daches nicht dauerhaft tragen konnte. Im Laufe der nächsten zwanzig Jahre hatte die Dachlast die Mauern nach außen gedrückt. In den 1920er Jahren soll die Kirche deshalb auch schon einmal wegen Baufälligkeit gesperrt gewesen sein, nach Stabilisierungsarbeiten konnte sie aber wieder in Betrieb genommen werden. Als 1986 ein komplett neuer Dachstuhl errichtet wurde, konnte man die über Jahrzehnte entstandene Ausbuchtung der Seitenwände nicht rückgängig machen, sondern musste den neuen Dachstuhl der ausgebeulten Form anpassen.

Der hundert Jahre alte Kirchbau im neugotischen Stil hatte im Inneren die traditionelle Ausrichtung aller Kirchen, die vor dem II. Vaticanum gebaut wurden: Vorne zelebrierte der Priester den Gottesdienst, die Gemeinde war wie in einem Bus hinter dem Priester ausgerichtet, von dem sie während der gottesdienstlichen Feier durchweg den Rücken sah. Hinten gibt es einen erhöhten Orgelboden, darunter ist ein Beichtstuhl.



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3. Der Altar

Zum Altar Gottes will ich treten (Ps 43,4)

Der Altar hatte zwar schon vor dem 2. Vatikanischen Konzil theologisch seinen doppelten Charakter als Opferstein für die unblutige Vergegenwärtigung des Opfers Christi und als Tisch für das eucharistische Mahl; der zweite Aspekt hatte in der Praxis allerdings keine Bedeutung. Der Altar stand auch in St. Michael vorne direkt an der Wand und war durch Verzierungen und Heiligenfiguren ausgeschmückt.

Bitte klicken für großes Bild Die Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils, in Pinneberg schon 1965 umgesetzt, brachte neben einigen anderen Aspekten zwei augen- und ohrenfällige Veränderungen mit sich: Die Hauptsprache des Gottesdienstes wurde die Landessprache, so dass auch Christen ohne Lateinkenntnisse alle Gebete der Eucharistiefeier verstehen und mitbeten konnten; und die Gewichtung der beiden Aspekte des Altars – Opfer und Mahl – veränderte sich: Der Altar von 1957, damals mit einer mehr als eine Tonne wiegenden Altarplatte, rückte von der vorderen Wand weg einige Meter zum Kirchenschiff hin, der Priester trat bei der Messfeier hinter den Altar, so dass dieser jetzt mehr zum Tisch wurde, um den Priester und Gemeinde versammelt waren. Vorher war die doppelte Funktion des Altares getrennt erlebbar: auf der steinernen Platte fand das Opfer statt, an der – häufig mit einem weißen Tuch gedeckten – Kommunionbank das Mahl. 1974 wurde die Altarplatte aus Travertin noch einmal verkleinert.

Bitte klicken für großes Bild Bitte klicken für großes Bild Als 1985/86 die Kirche einer grundlegenden Restauration unterzogen werden musste, entschied man sich dafür, das sehr uneinheitliche Ensemble von Altar, Taufstein, Ambo und Tabernakel zum großen Teil zu ersetzen und eine Neugestaltung aus einem Guss anzustreben. Lediglich der Taufstein blieb in der Kirche erhalten.

Der neue Altar ist aus der Werkstatt von Egino Weinert aus Köln. Ein aus Bronze gegossener Sockel mit 12 Darstellungen aus der Evangeliums-Heilsgeschichte (unter anderem Christi Geburt, Berufung des Zachäus, reicher Fischfang) hat eine massive eichene Tischplatte.

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Bitte klicken für großes Bild Bitte klicken für großes Bild 4. Der Taufbrunnen
Was steht meiner Taufe im Wege? (Apg 8,36)

Der Taufstein aus Travertin sollte erhalten werden: er ist eine Stiftung aus der Familie des Baumeisters Strupp, der die Kirche hier in der Diaspora gebaut hat. Die Kuppel über dem Taufbecken war aus Messing mit einer kleinen Weltkugel aus Mosaiksteinchen als Griff, sie störte allerdings das Bemühen um eine Harmonisierung des sakralen Mobiliars. Ein Malermeister aus der Gemeinde gestaltete das Messing dann farblich wie Bronze. Außerdem bekam die Kuppel statt der Weltkugel als Krönung einen „Christus in der Kelter“, die symbolhafte Darstellung, dass Jesus durch sein Tun einen Überfluss der Gnaden bewirkt.



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Bitte klicken für großes Bild 5. Die Weihwasserbecken
Das Wasser, das ich ihm gebe, wird in ihm zur sprudelnden Quelle werden, die ewiges Leben schenkt (Joh 4,14)

Mit dem Weihwasser aus den Weihwasserbecken an den Kirchtüren, auch Arbeiten von Egino Weinert, bekreuzigen sich traditionell die Gläubigen. Das ist kein Reinigungsvorgang, um etwa vor dem Betreten des Gotteshauses Schuld abzuwaschen (Numeri 19), sondern eineErinnerung an unsere Taufe.



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6. Der Tabernakel
. . . und schuf so die Gotteswohnung, das Allerheiligste (1 Kö 6,16)

Bitte klicken für großes Bild Bitte klicken für großes Bild Bitte klicken für großes Bild Bitte klicken für großes Bild Bitte klicken für großes Bild Etwa sechs Jahrzehnte war der Tabernakel in die Stirnwand des Chorraumes unter dem großen Kreuz eingelassen. Im Zuge der Liturgiereform wurde er Mitte der sechziger Jahre an der linken Stirnseite beim Offenbarungsfenster über einem kleinen Seitenaltar in die Wand eingelassen. Bei der Neugestaltung der Kirche 1985/86 sollte der Tabernakel, der Ort der ständigen Gegenwart Gottes unter den Menschen, mehr und attraktiver ins Blickfeld der Gemeinde gestellt werden. Deshalb wurde von Egino Weinert eine Tabernakelstele gekauft, die auf den Wandflächen des eigentlichen Tabernakels vier Emaillebilder trägt, die unterschiedliche Aspekte des Christusgeheimnisses darstellen (Verkündigung, Abendmahl, Jesus lehrt die Kinder, Anbetung der Könige). Die Stele selbst hat einige bildliche Darstellungen aus der Heilsgeschichte sowie eine Reihe von Feldern, die ornamental geschmückt sind. 


Bitte klicken für großes Bild Die Tür des alten Tabernakels 

hat einen würdevollen Platz 

im Gemeindehaus gefunden 

und ist mit ihrem griechischen 

Text PHOS (Licht, Jo 8,12) 

und ZOÄ (Leben, Jo 14,6), 

Symbol für den, der dort 

aufbewahrt wurde.

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7. Das Ewige Licht
Befiehl den Israeliten, dass sie dir für den Leuchter reines Öl aus zerstoßenen Oliven bringen, damit man ständig eine Lampe brennen lassen kann (Lev 24,2)

Das Ewige Licht, auch von Egino Weinert gestaltet, soll jedem Kirchenbesucher signalisieren, dass im Tabernakel, dem Zelt des Herrn, der Leib des Herrn in gewandeltem Brot tatsächlich gegenwärtig ist. 362 Tage im Jahr brennt dieses Licht, nur nicht in der Zeit von Gründonnerstag bis zur Osternacht.

Anfangs war das Ewige Licht in der obersten Stube der Tabernakelstele platziert. Da die Ornamente dieser Stube aber das Licht weitgehend verdeckten, wurde eine neue Ewig-Licht-Ampel erworben.

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8. Der Ambo
Der Schriftgelehrte Esra stand auf einer Kanzel aus Holz, die man eigens dafür errichtet hatte (Neh 8,4)

Bitte klicken für großes Bild Bitte klicken für großes Bild Bitte klicken für großes Bild Üblicherweise bezeichnen wir das Lesepult als Ambo. Eigentlich meint dieses Wort nicht das Lesepult selbst, sondern einen bewusst erhöhten Ort, von dem aus die Wortverkündigung geschehen soll. (ANABAINEIN = griechisch hinaufsteigen.)

Vom Ambo aus werden durch Lektoren, Diakone und Priester die biblischen Lesungen, unter ihnen besonders das Evangelium, verkündet, ebenso der Antwortpsalm, der Hallelujavers, und die Fürbitten. Auch die Predigt kann vom Ambo aus gehalten werden. Die Verwendung eines gesonderten, feierlichen Ortes für die Lesung aus der Heiligen Schrift soll die besondere Bedeutung des Wortes Gottes für die Gemeinde unterstreichen.

Genau wie bei den anderen liturgischen Möbeln haben wir auch für den Ambo die Bilder ausgesucht. An der Frontseite zur Gemeinde hin sind es zwei: Das obere zeigt die Bergpredigt, die zentrale Stelle in der Wortverkündigung Jesu. Sie gibt viele Hinweise, wie Menschen, die sich wirklich auf Gott hin ausrichten, miteinander und mit Gott leben können. Das zweite Bild in Kniehöhe zeigt die Situation am See Genesareth nach der Auferstehung. Die Jünger sind entmutigt in ihren Alltag zurückgekehrt. Als sie sich nach dem Fischfang dem Seeufer wieder nähern, entdecken sie Jesus, der dort auf einem Kohlenfeuer Fisch und Brot für sie zubereitet hat. Diese Bibelstelle legt uns das Zeugnis von der Auferstehung und das von Christus selbst bereitete Mahl ans Herz.

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Bitte klicken für großes Bild 9. Das Kreuz
Wir dagegen verkünden Christus als den Gekreuzigten (1 Kor 1,23)

Das Kreuz mit lebensgroßem Korpus, das an der Rückwand der Apsis hängt, wurde 1957 zusammen mit dem damals neu gestalteten Hochaltar angeschafft. Der Osnabrücker Künstler Georg Hörnschemeyer hat es angefertigt. Bei der umfassenden Renovierung 1986 wurde es etwas tiefer gehängt, der untere Balken wurde etwas gekürzt.

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Bitte klicken für großes Bild Bitte klicken für großes Bild 10. Der Osterleuchter
Der Leuchter, sein Gestell und sein Schaft, seine Kelche, Knospen und Blüten waren aus einem Stück getrieben (Ex 37,17)

Der Osterleuchter wurde erst einige Jahre nach der Kirchenrenovierung von 1986 angeschafft. Bis dahin wurde noch der alte Leuchter aus Schmiedeeisen und Messing verwendet. 1990 stiftete Pfarrer von Geisau diesen Leuchter von Egino Weinert. Er trägt auf drei Seiten je ein Emaillebild; die Kanten, die die drei Seiten des Ständers bilden, haben außen elf perlenförmige Verdickungen. Der Künstler hat keine Erklärung dafür mitgegeben; so sind wir frei, selbst darüber nachzudenken. Sind es vielleicht deshalb elf, weil einer der Zwölf nicht mehr Zeuge der Auferstehung war?

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Bitte klicken für großes Bild 11. Die Marienverehrung
Was er euch sagt, das tut (Jo 2,5)

Hinten rechts in der Kirche ist der Ort der Marienverehrung. Die Kopie einer russischen Ikone (in der das Jesuskind einen Pantoffel verliert) ist seit vielen Jahren der Ort, an dem viele zur Mutter des Herrn beten. Einer Überlegung, im Zuge der Umgestaltung 1986 auch eine neue Mariendarstellung von Egino Weinert in die Kirche zu holen, haben die Marienbeterinnen der Gemeinde Widerstand geleistet. Sie wollten „ihre“ Maria behalten.


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Bitte klicken für großes Bild Bitte klicken für großes Bild Bitte klicken für großes Bild 12. Die Heiligenfiguren
An alle in Rom, die von Gott geliebt sind, die berufenen Heiligen: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus (Röm 1,7)

1959 wurden die Holzfiguren von Maria und Josef, 1962 die Statue des heiligen Antonius angeschafft. Sie stammen ebenfalls vom Osnabrücker Künstler Georg Hörnschemeyer.

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13. Der Kreuzweg
Er trug sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelhöhe, die auf hebräisch Golgota heißt. (Joh 19,17)


Der Kreuzweg beschreibt in vierzehn Stationen die Leidensgeschichte Jesu Christi am Karfreitag. Die einzelnen Stationen sind teilweise in den Berichten der Evangelien dokumentiert – etwa Simon aus Cyrene (Mt 27,32) –, teils gehen sie auf eine sehr lange Tradition der frühen Kirche zurück (etwa Veronika und das Schweißtuch). Auch der Kreuzweg wurde von Georg Hörnschemeyer geschnitzt.

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Bitte klicken für großes Bild 14. Die Orgel
Wenn der siebte Engel seine Stimme erhebt und die Posaune bläst, wird auch das Geheimnis Gottes vollendet sein (Offb. 10,7)

1954 konnte die jetzige Orgel angeschafft werden. Ursprünglich 1914 für die Albrecht-Thaer-Schule in Hamburg von der Firma Rother gebaut, wurde sie – gründlich überholt – von der Lübecker Orgelfirma Kemper für 3600 DM erworben.

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Bitte klicken für großes Bild 15. Die Kerzenleuchter
Er nannte ihm das Gewicht der goldenen Leuchter . . . sowie der silbernen Leuchter mit Angabe des Gewichtes (1 Chr 28,15)

Vier große Kerzenleuchter hat die Kirche. Es sind recht einfache Bronzeleuchter. Im Knauf in der Mitte waren ursprünglich Bergkristalle eingesetzt, die schon nach kurzer Zeit Opfer eines Diebstahls geworden sind.


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16. Die Kronleuchter
Dann wird es mit dem Himmelreich sein wie mit den zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen . . . (Mt 25,1)

Bitte klicken für großes Bild Am schwierigsten gestaltete sich 1986 die Suche nach neuen Leuchten. Man wollte weder Leuchtstoffröhren noch Milchglasleuchten. In mehreren Exkursionen wurden viele Kirchen in Hamburg und Schleswig-Holstein besucht. Nirgends fand sich eine überzeugende Lösung, die einerseits dem 20. Jahrhundert Rechnung trug, sich andererseits auch mit dem neugotischen Baustil vertrug. Kataloge mit Wandleuchten und Kronleuchtern für Säle, Hallen und Kirchen hatten wenig Überzeugendes, und wenn doch, dann viel zu Teures anzubieten.

Schließlich ging der Architekt des Umbaus, Paul Döpkens, mit den Stichworten „Wandleuchten“ und „Kronleuchter“, „schlicht“ und „Metall“ zu seinem Bruder, einem Schlossermeister, und brachte danach zu einer Baubesprechung ein Modell mit und die Frage, ob das wohl in etwa das sei, was man wolle. Alle waren von der Form begeistert, es gab aber die kleine Einschränkung: „Das sieht ja nicht wie Bronze aus und passt dann nicht so gut zu den anderen neuen Sachen.“ Dem half unser Malermeister Reiffer ab mit der Zusage: „Das bekomme ich wohl hin, dass es wie Bronze aussieht.“

Das Ergebnis war, dass St. Michael ganz individuelle Wand- und Kronleuchter hat, die „unsere“ Leuchter waren und sind. Wenige Jahre danach renovierten die Eutiner Katholiken ihre Kirche, ebenfalls ein neugotischer Bau, und fuhren durch Schleswig-Holstein auf der Suche nach Leuchten, die ihnen zusagten. In Pinneberg wurden sie fündig. Auf die Bitte nach Name und Anschrift der Herstellerfirma wurden sie mit Ersatzteilen, die noch in Pinneberg vorrätig waren, und einer Bauskizze nach Eutin zurück entlassen. Seither hängen in der Eutiner Marienkirche fast die gleichen Leuchten.

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17. Die Fenster
In drei Reihen waren Fenster so angebracht, dass dreimal eine Fensterreihe einer anderen gegenüberstand (1 Kö 7,4)

Bitte klicken für großes Bild Bitte klicken für großes Bild Bitte klicken für großes Bild Die seitlichen Fenster der Kirche haben die aus der Gotik bekannte schlanke Form. Drei der vier Fensterensembles zeigen abstrakte Muster. Sie sind nach Entwürfen des Künstlers Frans Griesenbrock aus Vaals in den Niederlanden, von dem auch Kunstwerke in Pellworm und Bordesholm zu sehen sind, 1965 anlässlich des silbernen Priesterjubiläums von Pfarrer Köhne hergestellt worden. Das dreiteilige Ensemble vorne links greift in seinem mittleren Teil Motive aus der Geheimen Offenbarung des Johannes auf: das gekrönte Lamm, das Buch mit den sieben Siegeln (Offb. 5,1ff). Über dem Orgelboden hat der Künstler ein Fenster mit dem Namenspatron der Kirche gestaltet: der Erzengel Michael besiegt den als Drachen symbolisierten Satan. Der Chorraum erhält aus zwei Seitenfenstern Licht, von denen aber nur das rechte zum ursprünglichen Bestand gehört. In den sechziger Jahren wurde über der Sakristeitür ein Gegenstück in die Wand eingesetzt, das zunächst auch Tageslicht in die Kirche ließ, da das Dach der Sakristei früher einen Abschnitt mit Glasziegeln hatte. Als es später ganzflächig mit Tonziegeln gedeckt wurde, baute man als Lichtquelle Leuchtstoffröhren ein.

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Bitte klicken für großes Bild 18. Die Apostelkreuze
Die Namen der 12 Apostel sind: an erster Stelle Simon . . . (Mt 10,2)

An den Seitenwänden der Kirche finden wir über den Wandleuchten zwölf Kreuze. Sie erinnern an die zwölf Apostel, denen der Herr die Verbreitung seiner Botschaft auftrug. So dokumentiert unsere Kirche, dass alle Gemeinden und jedes Gotteshaus sich auf das Wirken und das Zeugnis der Aposteln gründen. 

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Bitte klicken für großes Bild 19. Die Sedilien
Und der Hausherr wird euch einen großen Raum im Obergeschoss zeigen, der mit Polstern ausgestattet ist (Lk 22,12)

Neben der umlaufenden Sitzbank haben wir im Altarraum noch vier Hocker, „Sedilien“ heißen sie im Kirchenlatein. Sie sind die Sitzgelegenheiten für Priester, Diakon, Kommunionhelfer und Ministranten. Unsere Hocker sind auch aus der Werkstatt von Egino Weinert und haben in den Reliefs Szenen aus dem Ersten Bund Gottes mit den Menschen, dem Alten Testament, zum Gegenstand. 

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20. Die Tür
Man setzte ihn täglich an das Tor des Tempels, das man die Schöne Pforte nennt (Apg 3,2)

Bitte klicken für großes Bild Bitte klicken für großes Bild Bitte klicken für großes Bild Die große Kirchentür ist außen mit Kupfer beschlagen. Sie zeigt auf der rechten Hälfte die Auferstehung des Herrn, auf der linken Hälfte den Durchzug der Israeliten durch das Rote Meer. Die Motive des Tores stammen von Frans Griesenbrock, der auch die Fenster entworfen hat. Im Tympanon über den Türflügeln sind in der Bildsprache des Mittelalters in einem Mosaik vom gleichen Künstler die Evangelisten dargestellt, in zwei Wandmosaiken neben den Türflügeln die Gottesmutter Maria und Jesus Christus.


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Text: Helmuth Behrens. Fotos: Helmuth Behrens, Günter Herberholz, Elmar Stolper, Zvonko Vukovic.


Zuletzt geändert am 05.02.2008


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